Therapie von Rheuma
Ist die Diagnose „rheumatische Erkrankung“, kurz Rheuma erst einmal gestellt, ist es umso wichtiger, die individuell sinnvolle Therapie zu beginnen. Rheuma ist nicht heilbar, da die Ursache nicht bekannt ist. Dennoch lassen sich die Symptome mit der richtigen Therapie sehr gut lindern.
Der Sammelbegriff Rheuma umfasst zig verschiedene Erkrankungen mit zig verschiedenen Verläufen, sodass es unmöglich ist eine einheitliche Therapie zu verordnen, die für jeden Patienten gleich ist. Vielmehr ist Individualität hier das Zauberwort. Der behandelnde Rheumatologe passt die Therapie der rheumatischen Erkrankung an die individuellen Bedürfnisse des Patienten an, wählt die sinnvollen Medikamente aus und stimmt darüber hinaus weitere Maßnahmen der Therapie, wie z.B. Physiotherapie oder in schweren Fällen sogar Chirurgie ab.
Medikamentöse Therapie von Rheuma
Die richtige medikamentöse Therapie von Rheuma legt den Grundstein für einen möglichst positiven Verlauf der Erkrankung. Hierbei wird zwischen Schmerztherapie, Basistherapie und Schubtherapie unterschieden. Nicht selten findet eine Kombination mehrerer Medikamente Anwendung.
Schmerztherapie: Bei der Schmerztherapie liegt das Hauptaugenmerk auf der Linderung der Schmerzen. Hier stehen Paracetamol, Metamizol oder Novaminsulfon und sogar Morphin zur Auswahl.
Schmerztherapie mit entzündungshemmender Komponente: Medikamente aus dieser Gruppe beinhalten kein Kortison, weisen aber neben ihrer schmerzlindernden auch eine entzündungshemmende Wirkung auf. Diese Medikamente werden auch NSAR = nicht-steroidale Antirheumatika genannt. Zu ihnen gehören unter anderem die Wirkstoffe Ibuprofen, Acetylsalicylsäure und Diclofenac.
Basistherapie: Rheuma lässt sich oft auf ein überaktives Immunsystem zurückführen. Daher ist es das Anliegen der Basistherapie, diese Überaktivität herabzusetzen. Dies gelingt unter anderem durch die Gabe von Immunsuppressiva/Zytostatika oder auch von sogenannten Biologika.
Immunsuppressiva/Zytostatika wie z.B. Methotrexat (MTX), Cyclophosphamid oder auch Leflunomid wirken sich positiv auf das übereifrige Immunsystem aus und können die Beschwerden durch Rheuma lindern.
Biologika (auch Biologicals oder Biologics genannt) sind biotechnisch hergestellte Antikörper. Je nach Ausrichtung können sie bei Rheuma die entzündungshemmenden Vorgänge im Körper unterstützen oder aber sie dezimieren die Botenstoffe, die die Entzündung auslösen. Biologika sind eine recht neue Form der Therapie. Sie werden erst eingesetzt, wenn andere Versuche der Therapie bereits fehlgeschlagen sind.
Schubtherapie: Rheuma ist eine Erkrankung, die schubweise verläuft. Es gibt also Phasen, in denen die Betroffenen wenig bis vielleicht sogar gar keine Beschwerden haben und es gibt Phasen, in denen Rheuma wieder aufflammt mit all seinen Schmerzen. Während solcher Schübe greift man bei der medikamentösen Therapie zu starken Entzündungshemmern, meist Kortison. Je nach Ausmaß des Schubes wird Kortison direkt in das betroffene Gelenk oder die betroffene Region gespritzt oder aber in Tablettenform verabreicht.
Unterstützende Therapie
Neben der medikamentösen Therapie kann die Therapie von Rheuma je nach Fall und Anforderung von weiteren Therapieformen unterstützt werden. Auch hier ist es eine individuelle Entscheidung, ob und welche weitere Therapie den Verlauf der rheumatischen Erkrankung positiv beeinflussen kann. Die unterstützende Therapie zielt meist auf die Verbesserung bzw. den Erhalt der Beweglichkeit der Patienten. Dazu gehören demnach Wärme- oder Kältetherapie, Physiotherapie oder auch Ergotherapie.
Chirurgische Therapie
In einigen Fällen verläuft die rheumatische Erkrankung derart aggressiv, dass chirurgische Eingriffe unausweichlich sind. Im Rahmen der Chirurgie können Gelenke versteift, teilweise oder ersatzlos entfernt oder auch durch ein künstliches Gelenk ersetzt werden. Ob eine chirurgische Therapie sinnvoll und nötig ist, hängt ebenfalls von ganz individuellen Gegebenheiten ab.
Grundsätzlich gilt: Rheuma hat viele Gesichter, viele Verlaufsformen, sogar innerhalb ein und derselben rheumatischen Erkrankung gibt es individuelle Unterschiede. Somit gibt es keine einheitliche, sondern nur eine sehr individuelle Therapie.
Melissa Seitz
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