Entstehung von Rheuma
Auch wenn der Begriff „Rheuma“ medizinisch nicht eindeutig ist, so wird er der Einfachheit halber in den folgenden Ausführungen weiter verwendet (wir behalten im Hinterkopf, dass damit unterschiedliche Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis gemeint sind).
Welche Ursache genau hinter dem Ausbruch von Rheuma steckt, ist bis heute nicht geklärt. Bei einigen rheumatischen Erkrankungen handelt es sich um Autoimmunerkrankungen.
Folgende rheumatische Erkrankungen haben autoimmunologische Prozesse als Ursache:
- Rheumatoide Arthritis (RA) = Entzündungen der Gelenke und des gelenknahen Gewebes
- Vaskulitis der Gefäße = Entzündungen von Blutgefäßen
- Psoriasis-Arthritis = Entzündungen der Gelenke und des gelenknahen Gewebes, die mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) einhergehen können.
- Morbus Bechterew = Entzündungen der Wirbelsäule und der Kreuz-Darmbein-Gelenke. Im weiteren Verlauf können weitere Gelenke, Sehnen und sogar Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, die Beweglichkeit von Wirbelsäule/Thorax ist zunehmend beeinträchtigt
- Sjögren-Syndrom = Entzündungen in mehreren Gelenken gleichzeitig, Trockenheit der Augen und des Mundraumes.
Wie entsteht eine rheumatische Autoimmunerkrankung?
Grundsätzlich bedeutet der Begriff „Autoimmunerkrankung“, dass sich das eigene Immunsystem gegen den eigenen Körper wendet. Das körpereigene Immunsystem, welches normalerweise dazu da ist, Fremdkörper und Krankheitserreger zu bekämpfen, die in den Körper eindringen, reagiert über. Statt erkranktes Gewebe zu attackieren und die betroffene Region zu heilen, greift das Immunsystem gesundes Gewebe an und schädigt es an dieser Stelle. Es entstehen Entzündungen, die Schmerzen verursachen. Der rheumatische Schmerz wird meist als ziehend und reißend beschrieben.
Gibt es weitere Ursachen für Rheuma?
Neben autoimmunologischen Prozessen können weitere Vorgänge im Körper für das Ausbrechen von Rheuma verantwortlich sein:
Genetische Veranlagung: Mediziner vermuten, dass auch die genetische Veranlagung bei der Entstehung von Rheuma eine Rolle spielt. Statistisch gesehen entsteht Rheuma häufiger, wenn bereits die Großeltern, Eltern oder nahe Verwandte an einer rheumatischen Erkrankung litten. Ob allerdings die genetische Veranlagung für die Entstehung des Rheumas selbst verantwortlich ist, ist bis heute nicht erforscht. Auch ist nicht klar, ob die genetische Veranlagung nur den Grundstein für Rheuma schafft und diese Erkrankung erst dann ausbricht, wenn weitere auslösende Faktoren hinzu kommen.
Infektionen: In diesen Fällen spricht man auch von infektreaktivem Rheuma oder einer infektreaktiven Arthritis. Hier geht der rheumatischen Erkrankung ein Infekt voraus, der den Magen-Darm-Trakt, die Blase, die Harnleiter oder anderes aus diesem Bereich betraf und bereits 2 bis 3 Wochen her ist. Die Betroffenen fühlen sich genesen, doch plötzlich haben sie mit Schmerzen an den Gelenken der unteren Körperregion zu kämpfen.
Auch eine Infektion mit Borrelien (Borreliose) kann zu Rheuma führen. Die sogenannte Lyme-Arthritis kann bereits Tage aber auch erst Jahre nach der Infektion auftreten. Auch hier ist in der Regel die untere Körperregion betroffen.
Stoffwechsel- oder Hormonstörungen: Stoffwechsel und Hormonhaushalt erfüllen wichtige Aufgaben in unserem Körper. Kommt es hier zu gravierenden Störungen, können auch dadurch entzündliche Reaktionen ausgelöst werden, die im schlimmsten Fall in Rheuma enden.
Äußere Faktoren: Auch äußere Faktoren können zum Ausbruch von Rheuma führen. Stress, klimatische Bedingungen, Ernährungsgewohnheiten, Überbelastung der Gelenke oder nicht richtig ausgeheilte Verletzungen bzw. Knochenbrüche stehen ebenfalls im Verdacht, Rheuma auslösen zu können.
Melissa Seitz
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