Diagnose von Rheuma
Wenn Patienten bei ihrem Hausarzt plötzlich über Gelenkbeschwerden klagen, deren Ursache zunächst nicht augenscheinlich ist, dann bezieht der Hausarzt i. d. R. bei seiner Diagnose auch immer die Möglichkeit von Rheuma mit ein. Leider ist es nicht so einfach die Diagnose Rheuma zu stellen wie man im ersten Moment meinen mag. Rheumatische Erkrankungen verlaufen zum einen individuell unterschiedlich und zum anderen gibt es keine allgemein gültigen Kennzeichen für die Diagnose Rheuma.
Welche Möglichkeiten hat der Hausarzt, um eine Diagnose zu stellen?
Zunächst einmal wird der Hausarzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten führen. Hierbei sollte der Patient genau beschreiben, wo der Schmerz auftritt, wie er sich anfühlt und ob noch weitere Symptome beobachtet wurden. Anzeichen für das Vorliegen von Rheuma können z.B. eine gewisse Steifheit der betroffenen Gelenke in den Morgenstunden sein oder auch Gelenkschmerzen, die in Ruhe schlimmer und bei Bewegung besser werden.
Nach der Anamnese wird ein Blutbild erstellt, um eventuelle Veränderungen zu ermitteln. In den meisten Fällen einer rheumatischen Erkrankung sind die Entzündungswerte erhöht. Zu diesen Entzündungswerten zählen eine erhöhte Geschwindigkeit der Blutsenkung (BSG) und ein Anstieg des C-Reaktiven Proteins (CRP). Im Idealfall lassen sich sogenannte Rheumafaktoren im Blut nachweisen. Leider treten diese Rheumafaktoren bei etwa 20% der rheumatischen Erkrankungen nicht auf, sodass dieser Wert zwar ein Hinweis sein kann, aber kein Ausschlusskriterium darstellt.
Um Veränderungen in den Gelenken oder Entzündungsherde bildlich zu ermitteln, können Röntgen, Ultraschall, ein CT, ein MRT oder auch eine Szintigraphie helfen.
Vermutung Rheuma – Gang zum Facharzt
Liegen die Ergebnisse der Untersuchungen vor und hat der Hausarzt die Vermutung, dass Rheuma die Diagnose sein könnte, dann überweist er den Patienten umgehend an einen Facharzt, sprich einen Rheumatologen. Dieser ist dann in der Lage, die Diagnose zu differenzieren und zu beurteilen, ob tatsächlich eine rheumatische Erkrankung vorliegt oder nicht und falls ja, um welche es sich handeln kann.
Welche Möglichkeiten der Diagnose hat der Rheumatologe?
Zunächst einmal kann der Rheumatologe auf seine jahrelange Erfahrung mit rheumatischen Erkrankungen zurückgreifen. Er kennt die verschiedensten Verläufe und ist in der Lage zu beurteilen, ob es sich bei den vorliegenden Beschwerden um Rheuma handelt oder nicht.
Im Rahmen einer ausführlichen Anamnese beleuchtet der Rheumatologe zum einen das Schmerzbild des Patienten zum anderen aber auch den familiären Hintergrund. Liegen in der Familie bereits rheumatische Erkrankungen vor, ist die Wahrscheinlichkeit bei den betroffenen Patienten ebenfalls an Rheuma zu erkranken, höher als normal.
Nach der Anamnese folgt die körperliche Untersuchung. Hierbei prüft der Rheumatologe die Beweglichkeit und das Schmerzempfinden der betroffenen Gelenke. Darüber hinaus ermittelt der Rheumatologe, ob Gelenke oder Gewebe oder sogar beides betroffen sind.
Auch der Rheumatologe lässt zur Diagnose ein Blutbild erstellen. Dieses geht allerdings über die Bestimmung der Entzündungswerte und der Rheumafaktoren hinaus. Durch die Bestimmung von CCP-Antikörpern (cyclische citrullinierte Peptide) im Blut lässt sich die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung festigen, da sich CCP-Antikörper bereits im frühen Stadium der Erkrankung nachweisen lassen. Da der Begriff Rheuma eine große Anzahl von unterschiedlichen Erkrankungen umfasst, werden bei den Blutuntersuchungen auch andere Antikörper z.B. gegen Gefäße, Knorpel oder Bindegewebe ermittelt.
Ist die Diagnose „Rheuma“ gefestigt und bekannt, um welche Erkrankung es sich genau handelt, sollte unverzüglich eine Therapie begonnen werden, um den Krankheitsverlauf schon früh positiv zu beeinflussen.
Melissa Seitz
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