Was ist Rheuma?
Der Begriff Rheuma ist im Volksmund sehr geläufig, auch haben viele Menschen bei dem Begriff Rheuma eine klare Vorstellung von einem bestimmten Krankheitsbild mit bestimmten Symptomen. Den Wenigsten ist bekannt, dass der Begriff Rheuma nicht für eine klar definierte Erkrankung steht, sondern vielmehr ein Sammelbegriff ist, der über 400 Erkrankungen aus dem sogenannten „rheumatischen Formenkreis“ unter sich vereint.
Was ist der „rheumatische Formenkreis“?
Der rheumatische Formenkreis bildet den Oberbegriff für Erkrankungen des Bindegewebes, des Rückens und der Wirbelsäule, des Weichteilgewebes und der Knochen sowie der Knorpel. Die unter dem rheumatischen Formenkreis zusammengefassten Erkrankungen weisen keine verletzungsbedingte oder tumoröse Ursache auf. Die Erkrankungen zeigen teilweise eine gewisse Ähnlichkeit, können aber durchaus auch in ihren Symptomen und Verläufen völlig unterschiedlich sein. Diese Unterschiedlichkeit setzt sich auch in den Bereichen Therapie und Prognose bzw. Folgen fort. Den größten Anteil am rheumatischen Formenkreis stellen die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
Was sind entzündlich-rheumatische Erkrankungen?
Entzündlich-rheumatische Erkrankungen zeichnen sich durch Entzündungen der Gelenke und des gelenknahen Gewebes aus. Darüber hinaus sind auch Entzündungen der Knorpel, Sehnen oder sogar der Organe möglich. Wenig bekannt sind zum Beispiel entzündlich-rheumatische Erkrankungen des Auges, des Herzens, der Niere oder auch anderer Organe. Sind Organe Teil der rheumatischen Erkrankung, so kann dies für die Betroffenen lebensgefährlich werden. In diesen Fällen ist eine zügige und adäquate Behandlung durch einen qualifizierten Rheumatologen vonnöten.
Ist in der Medizin von Rheuma oder entzündlich-rheumatischen Erkrankungen die Rede, so ist in der Regel allerdings die sogenannte rheumatoide Arthritis gemeint.
Was ist rheumatoide Arthritis?
Die rheumatoide Arthritis gehört zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Bei dieser Art von Erkrankung greift das Immunsystem körpereigenes, gesundes Gewebe an. Durch diese Überreaktion des Immunsystems kommt es an den betroffenen Stellen zu Entzündungen, Schwellungen und Schmerzen. Bei der rheumatoiden Arthritis sind von diesen Entzündungen hauptsächlich Gelenke und gelenknahes Gewebe betroffen.
Wie verläuft rheumatoide Arthritis?
Rheumatoide Arthritis verläuft in sogenannten Schüben. Während eines Schubes klagen die Betroffenen über starke Schmerzen in den Knochen und Gelenken. Die betroffenen Gelenke können geschwollen sein, müssen es aber nicht. Rheumatoide Arthritis beginnt in den meisten Fällen in den Finger- oder Zehengelenken, doch auch ein Auftreten in großen Gelenken wie Schulter oder Knie ist nichts Ungewöhnliches. Ein Schub kann mehrere Wochen, aber auch Monate anhalten. Zwischen den Schüben verspüren die Betroffenen mit rheumatoider Arthritis bedeutend weniger, manchmal sogar gar keine Schmerzen.
Bei rheumatoider Arthritis ist es sehr wichtig, dass sie möglichst früh erkannt und behandelt wird. Je nach Art und Ausprägung der Erkrankung stehen unterschiedliche Therapiemaßnahmen zur Verfügung, die individuell angepasst werden.
Rheumatoide Arthritis ist nicht heilbar. Unbehandelt führt sie zur schleichenden, aber dauerhaften Zerstörung der betroffenen Gelenke und des Gewebes.
Rheuma = Krankheit alter Leute?
Rheuma ist nicht, wie oftmals geglaubt, eine Erkrankung, die nur alte Menschen betrifft. Sie kann in jedem Alter auftreten und stellt eine ernst zu nehmende Erkrankung dar. Rheuma hat viele Gesichter und beginnt in der Regel schleichend.
Melissa Seitz